MuKi 51

    Unsere Rund-um-die-Uhr-betreute Mutter-Kind-Wohngemeinschaft „Muki51“ richtet sich an minderjährige und junge Schwangere und Mütter/Väter, die zusammen mit ihrem Kind nicht mehr zu Hause und noch nicht in einem eigenen Wohnraum leben können. Ziel ist es, die Mütter auf ein gemeinsames Leben mit ihrem Kind im eigenen Wohnraum vorzubereiten. Die Gestaltung des Betreuungssettings setzt an den jeweiligen individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der einzelnen Mütter an. Neben Pflege und Erziehung des Kindes, Aufbau einer tragfähigen Beziehung zum Kind, hauswirtschaftlichen Fähigkeiten sowie dem Umgang mit Geld und Planung der beruflichen Zukunft können die Frauen auch lernen, auf sich zu achten und die eigenen sowie die Bedürfnisse des Kindes gleichermaßen wahrzunehmen. Das rund-um-die-Uhr betreute Angebot „Muki 51“ bietet Plätze für sieben junge Frauen ab 14 Jahren. Die Betreuung in einem alten Pfarrhaus erfolgt in zwei Dreier-WGs, die eine intensive Begleitung ermöglichen. Dort teilen sich die Mütter Küche, Bad und Wohnzimmer und haben in der Regel 1,5-2 Zimmer für sich und ihr Kind. Daneben gibt es eine abgeschlossene Verselbständigungswohnung für eine Mutter/einen Vater mit Kind, in der auch minderjährige die Selbständigkeit erproben können. Die Wohngemeinschaften verfügen über einen großen Garten. Unsere Mitarbeiter*innen unterstützen die Mütter oder Väter rund-um-die-Uhr. Hinsichtlich der Pflege, Versorgung, Gesundheit und Ernährung des Kindes werden sie zusätzlich einmal wöchentlich von einer Familienhebamme im Haus beraten. Daneben besteht die Möglichkeit an einem videogestützten Beratungsangebot MarteMeo zur Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung teilzunehmen. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit können die jungen Mütter im auf dem gleichen Gelände gelegenen teilstationären Angebot Muki49, die selbständige Alltagsgestaltung mit Kind erproben und dabei weiterhin vom gleichen Team betreut werden.

    Die pädagogische Arbeit mit den einzelnen Nutzer*innen gestalten wir individuell und mit Schwerpunktsetzung je nach persönlichem Hilfebedarf. Ganz nach dem Prinzip „Wir behandeln alle gleich, indem wir jede anders behandeln“, kann die Intensität der Begleitung bezüglich der einzelnen Nutzer*innen und Bereiche (z.B. Beziehung zwischen Mutter und Kind, Alltagsgestaltung und -struktur, Finanzen, Behördengänge u.s.w.) unterschiedlich sein. Es gibt ein strukturieren Rahmen, Regeln des Zusammenlebens und Angebote, welche immer mit den persönlichen Lebensumständen der jungen Mütter/Väter abgeglichen werden und diese berücksichtigen. Es besteht auf Wunsch der Nutzer*innen die Möglichkeit, das familiäre und soziale Umfeld intensiv in den Hilfeverlauf einzubeziehen. Wir unterstützen die jungen Mütter/Väter, Angebote im Stadtteil zu nutzen und das eigene soziale Netz zu entwickeln, immer mit Blick auf die Frage, welche Möglichkeiten sie in Anspruch nehmen bzw. weiter nutzen können, wenn sie später mit ihrem Kind im eigenen Wohnraum leben.